Das Sterilisieren der Babyflasche – Ist das wirklich notwendig? Und wenn ja, wie genau macht man das?

Es gibt Mütter, die die Fläschchen ihrer Babys in einem Topf mit Wasser auskochen (sterilisieren), wiederum andere spülen diese einfach mit in der Spülmaschine durch, um die Flasche ihres Kindes zu reinigen. Aber wie genau reinigt man das Fläschchen und den daran befindlichen Sauger eigentlich richtig? Wir gehen dieser Frage auf den Grund.

Das Stillen ist eine sehr hygienische Angelegenheit und dazu noch einfach in der Handhabung. Hat sich das Baby satt getrunken, den Still-BH einfach wieder hochklappen und fertig. Ganz so einfach funktioniert es mit der Babyflasche hingegen nicht.

 

 

Vaporisator zum Sterilisieren von Fläschen*

Vorbehandlung der Sterilisation

Eine üppige Mahlzeit hinterlässt ihre Spuren. Milchreste verderben und bieten selbst im angetrockneten Zustand einen exzellenten Nährboden für Mikroben. Gewissenhaftes Ausspülen mit heißem Wasser und Spülmittel nach dem Stillen per Flasche beugt dem Problem vor. Feste Milchrückstände lassen sich sonst nur schwer beseitigen. Notfalls hilft der Griff zur Scheuerbürste für Babyflaschen, um eine gründliche Säuberung zu gewährleisten. Der Saugnapf enthält häufig noch Reste von Speichel und Milch und sollte während des Waschgangs innen wie außen gereinigt werden. Gleiches gilt auch für Zubehör wie Milchpumpe oder Esslöffel, welches mit dem Baby und seiner Nahrung in Berührung kommt. Die Wahl der Temperatur in der Spülmaschine sollte mindestens 65 Grad betragen. Jedoch verfügt nicht jedes Produkt über ausreichende Stabilität für einen automatischen Spüldurchlauf. Hier hilft dann nur der Spüllappen und die Säuberung per Hand.

Schmutz und Keime in allen Ecken

Augen auf: Das jüngste Familienmitglied springt nicht unbedingt zimperlich mit dem Behälter um. Trotz hoher Qualitätsstandards bilden sich gelegentlich Risse im Saugaufsatz oder sogar in der Flasche. Spalten sind ein perfektes Versteck für Essensreste und Keime. Zudem können sich Teile eines zu sehr in Mitleidenschaft gezogenen Saugnapfes ablösen. In so einer Situation bestünde ernsthafte Erstickungsgefahr für das Kind. Daher gehören bereits nur leicht beschädigte Flaschen in den Mülleimer. Von einer weiteren Verwendung ist aus Sicherheitsgründen abzuraten. Ebenso wichtig ist die Hygiene des eigenen Körpers und der direkten Umgebung. Ein frisch gespültes Babyfläschchen mit schmutzigen Fingern zu berühren oder gar offen über längeren Zeitraum in der Küche stehen zu lassen, ist tabu. Deshalb sind immer sorgsam die Hände zu waschen, insofern zwischen dem Spülgang und der Sterilisation andere Hausarbeiten erledigt wurden. Für den optimalen Schutz von Babyflaschen und Zubehör sorgen spezielle Behälter und Abdeckungen.

Das Fläschchen erst auswaschen und dann sterilisieren

Es ist nicht ausreichend lediglich die Milchreste aus der Flasche auszuspülen. Im Gegenteil, das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt folgende Empfehlung: jegliche Utensilien, die zum Trinken verwendet werden, also Fläschchen, Sauger, Milchpumpe etc., sollten bei mindestens 65 Grad Celsius in der Spülmaschine oder aber mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Um die Sicherheit zu erhöhen, empfiehlt es sich das Zubehörs ebenfalls zu sterilisieren. Erst dann kann man wirklich davon ausgehen, dass dieses keimfrei ist.

Aber ist Keimfreiheit nicht doch ein bisschen übertrieben? Nein, denn insbesondere in den ersten Lebensmonaten sind die Neugeborenen sehr anfällig für Bakterien, so dass leichte bis schwere Magen-Darm-Infekte die Folge sein können.

Auf die richtige Art und Weise reinigen – unterschiedliche Methoden zur Sterilisation

Spülen beseitigt grob anhaftenden Schmutz. Doch richtig sterilisieren lassen sich Babyflaschen nur unter gezielter Hitzeeinwirkung. Nachdem heißes Wasser und Bürste ihre Aufgabe zufriedenstellend erfüllt haben, rückt der zweite Teil der Säuberungsaktion näher. Hierfür bieten sich verschiedene Wege an:

Kochend heißes Wasser

Ein separates Gerät ist nicht unbedingt notwendig. Das klassische Verfahren im brodelnden Kochtopf garantiert den Tod übriggebliebener Bakterien in Babyflaschen. Anderes Babygeschirr darf allerdings nicht an dem heißen Bad teilnehmen. Um den Trinkbehälter ausreichend zu sterilisieren, muss dieser mindestens 10 Minuten in der kochenden Flüssigkeit verweilen. Die Flasche speichert die Wärme und ist im Anschluss brühend heiß. Nach Vollendung schützt ein Spülhandschuh vor Verbrennungen an der Hand.

Sterilisation durch Dampf

Eine sinnvolle und vor allem flexiblere Alternative zum Herd stellt der Vaporisator* dar. Hier sorgt aufsteigender Dampf, der in jeden kleinsten Winkel vordringt, für eine restlose Säuberung von allen Mikroorganismen. Damit dies zuverlässig gelingt, liegen Sauger und Babyflaschen mit der Öffnung nach unten auf. Typischerweise bietet ein Vaporisator in seinem inneren Gestell gleich Platz für mehrere Objekte. Der Vorteil: In kürzerer Zeit gelingt es, mehr Babygeschirr zu sterilisieren als auf einer vergleichsweise langsamen Herdplatte mit Topf. Nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten ist der Vorgang bereits beendet. Die Kammer ist nun absolut frei von Bakterien. Aus diesem Grund eignet sich das geschlossene System die nächsten Stunden als sicherer Aufbewahrungsort für die gereinigten Gegenstände.

Aufbewahrung und Reinigung in einem

Hochwertige Geräte verfügen zudem über eine Abschaltautomatik und können sogar zur Erwärmung von Babymahlzeiten dienen. Kurze Zeit nach der Sterilisation kondensiert der Restnebel und das Wasser kühlt sich ab. Wird das Geschirr sofort benötigt, ist große Behutsamkeit bei der Öffnung des elektrischen Gerätes angesagt. Der äußerst heiße Dampf steigt nach dem Aufklappen empor und kann zu Verbrennungen führen. Manche Hersteller legen eine kleine Zange bei, mit der sich steril und aus sicherer Distanz der Inhalt entnehmen lässt. Generell gilt es, bei Vaporisatoren*darauf zu achten, dass alle zu reinigenden Objekte aus hitzebeständigem Material bestehen. Nicht alle Milchpumpen, Schnuller oder Plastikbehälter erfüllen diese Voraussetzungen.

Vaporisator für die Mikrowelle

Nuk – Mikrowellen Dampf Vaporisator*

Noch schneller als die Nutzung eines elektrischen Heizelementes ist die Mikrowelle*. Speziell für diese existieren Vaporisatoren auf dem Markt, die wie eine gewöhnliche Mahlzeit darin platziert werden. Das Verfahren bricht sämtliche Geschwindigkeitsrekorde und macht biologischen Kleinstlebewesen in nur wenigen Minuten den Garaus. Gleichzeitig fallen die Kosten deutlich geringer aus im Vergleich zum elektronischen Geschwistermodell.

Sterilisieren und zwar richtig – Fazit

Viele Wege führen nach Rom. Es spielt keine Rolle, für welche dieser Möglichkeiten Sie sich entscheiden, in jedem Fall sollten Sie besonders in den ersten Lebensmonaten Ihres Babys sehr auf die Sauberkeit der Fläschchen und Sauger etc. achten.